Unser SeeEin See lädt immer zur Freizeitnutzung ein.  Zu jeder Jahreszeit, man kann sich der entspannenden Atmosphäre rund um einen See nicht entziehen. Lange Zeit war der See* den FischerInnen und ihren Fischen vorbehalten. Baden an und für sich nicht erlaubt, doch man drückte beide Augen zu, wenn jemand sich im Sommer eine Abkühlung verschaffte und eine Runde im See schwamm.

Wer zum See kam, verstand sich in irgendeiner Art und Weise als Gast der FischerInnen, welche die Anlage pflegen und sich um ihr Fischwasser und Hobby kümmern.

Als eines Tages sanitäre Anlagen errichtet und Duschgelegenheiten geschaffen wurden, gewann der See an Attraktivität. Auch ein schöner Rundweg entstand zu dieser Zeit. Ein Beachvolleyplatz wurde errichtet, sehr zur Freude der Jugendlichen. Bis dahin war alles gut, der See galt als Geheimtipp unter den ruhesuchenden HörschingerInnen.

Es wäre auch so geblieben, wenn nicht Wahlen ins Haus gestanden wären und der damalige Bürgermeister nichts Böses ahnend das Naherholungsgebiet in den Medien angepriesen hätte. Schnell wurde der Geheimtipp der HörschingerInnen zum Geheimtipp für die Region. Und die Erholungssuchenden kamen nicht mehr nur aus Hörsching.

Nun fiel es schwer, die Augen für ein paar SchwimmerInnen zuzudrücken, und die Seeordnung wurde von einen privaten Sicherheitsdienst überwacht. Nach Beschwerden von HörschingerInnen hatte diese Überwachung jedoch glücklicherweise schnell ein Ende. Es war nun erlaubt, in einem kleinen Teil des Sees zu baden und es kehrte wieder Ruhe ein. Vorerst.
Man hielt sich nun etwas bedeckter in den Medien und fast schien es, dass der See zur alten Intimität zurückkehrt. Doch der Zustrom der Erholungsuchenden war nicht mehr aufzuhalten.

Wo Licht ist, da ist auch Schatten...

Die Konflikte nahmen zu. Zwischen den Badegästen untereinander, den Fischer­Innen und auch den AnrainerInnen. Viele Badegäste, welche aus den Umlandgemeinden kommen, sehen den See nur mehr als reines Freizeitgebiet und nicht mehr wie die HörschingerInnen als kleine Ruheoase. Müll wurde achtlos zurückgelassen und auch das prickelnde Gefühl in der Magengrube von dröhnender Musik aus dem Autoradio ist nicht jedermans Geschmack – besonders nicht, wenn man AnrainerIn ist.

Überlastete Parkplätze...

Und ein weiteres Problem trat auf. Die Parkflächen sind an manchen heißen Tagen völlig überlastet. Theoretische 36 Stellplätze ohne Kennzeichnungslinien bleiben eine theoretische Menge. So wurde auf der Mühlbachstraße im Halteverbot geparkt und sogar die Zufahrt für Einsatzfahrzeuge erschwert. Es wurden Strafzettel verteilt, eine logische Konsequenz beim Falschparken. Doch leider erwischte es auch HörschingerInnen und der Unmut war groß.

Und da man ohnehin schon länger ins Auge gefasst hatte, einen Parkplatz etwa 100 m versetzt zu errichten und den Weg zum See mit einer kleinen Brücke zu erschließen, wurde das Projekt vorangetrieben und kam auch zur Beschlussfassung in den Gemeinderat – verpackt im Straßenbauprogramm 2015.

Und wie stimmten die Grünen Hörsching im Gemeinderat? Dagegen.

Leider konnten die Gemeinderätinnen und Gemeinderäte unserer Argumentation nicht folgen und der Parkplatz mit 90 Stellplätzen wurde mehrheitlich beschlossen. Wir finden, dass der Parkplatz zu groß angelegt ist! Zu groß für ein kleines Erholungsgebiet und viel zu groß für ein Fischwasser mit Bademöglichkeit.

Wir sind der Meinung, dass die Hälfte reicht. Erstens würde mit einem weiteren Zustrom die Probleme sicher nicht weniger und vielleicht kommt ein neues Thema dazu -  die Wasserqualität. In der warmen Jahreszeit neigt der See jetzt schon zur Algenbildung, was an und für sich ein normaler ökologischer Vorgang ist. Doch wenn jetzt die Badegäste noch mehr werden, kann es durchaus sein, dass sich der See nicht mehr über die kühleren Tage erholen kann.

Und dann hätten wir ein weiteres Problem. Die FischerInnen, welche den See gepachtet haben und das gesamte Areal in Schuss halten (vielen Dank an dieser Stelle) wollen sicher ihre Leinen nicht in einen Algenteppich halten. Und damit würde der See auch seine guten Geister verlieren. Das wäre das Ende eines Hörschinger Juwels.


 

Selam Ebead